Alpenverein Burghausen

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2015 München - Venedig

In 3 Jahren von München nach Venedig

3. Etappe

28.08. – 04.09.2015

Tourenleiter:  Silke Kainzmaier

Teilnehmer: Jutta Mitzkus, Rosi Häglsperger, Alois Schlierf, Florian Liesener, Hans Scherzer

Der legendäre Traumpfad von München nach Venedig dauert ca. 28 Tage. Wir haben ihn auf  3 Jahre aufgeteilt.

Die 1.Etappe in 2013 führte uns vom Münchner Marienplatz durch das Voralpenland und den Karwendel in Richtung Inntal. Endpunkt der Woche war Hall in Tirol.

Die 2. Etappe in 2014 ging von Wattens bis nach St. Peter im Villnösstal.

Der Weg führte uns vom Inntal durch das Zillertal weiter Richtung Dolomiten über die Peitlerscharte. Endpunkt der Woche war St. Peter im Villnösstal.

Die 3. und letzte Etappe führte uns von St. Magdalena im Villnösstal bis nach Venedig Markusplatz.

Starten werden wir dieses mal von der Zanser Alm oberhalb St. Magdalena um von dort auf die Schlüterhütte aufzusteigen. Dann geht es über das Sellamassiv entlang der Königin der Dolomiten nach Alleghe.  In den nächsten Tagen warten die schönsten „Spaziergänge“ in den Belluneser Dolomiten auf uns; von Hütte zu Hütte, von Joch zu Joch. Die wilde Gebirgslandschaft wird von Tag zu Tag sanfter und die Atmosphäre des warmen Südens umschmeichelt uns immer mehr. Der Duft des Meeres liegt täglich mehr in der Luft, das Ziel scheinbar vor den Füßen.

Schwierigkeit mittel; Kondition für Wegstrecken bis zu 30 km und 1.300 Höhenmeter täglich.

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1. Tag: Zanser Alm - Schlüterhütte

Unsere Wanderwoche starteten wir am frühen Morgen mit dem AV-Bus vom Burghauser Bahnhof. Bernhard konnte uns auf Grund eines technischen Defektes am Knie leider diese Woche nicht begleiten. Aber als Chauffeur, den Bus wieder zurück nach Burghausen zu bringen, bot er sich sehr gerne an. 

 

Bei sehr sommerlichen Temperaturen marschierten wir von der Zanser Alm die ca. 600 Höhenmeter hinauf zur Schlüterhütte. Letztes Jahr brachen wir hier wetterbedingt frühzeitig ab. Wir waren zeitig dran, so spazierten wir noch hinüber zur Peitlerscharte und konnten die schöne Aussicht und die späte Sonne genießen.

2. Tag: Schlüterhütte – Grödner Joch

Bei strahlend blauem Himmel brachen wir am frühen Morgen von der Schlüterhütte auf Richtung Grödner Joch. Der Weg führte uns über das Kreuzjoch hinauf zur Roa Scharte dann mit spannender Klettersteigeinlage zur Forcella Nivea (2.740m), weiter zur Puezhütte und von hier über weitere Scharten hinab zum Grödner Joch, wo wir dann die Nacht verbrachten. Die alpinen Anforderungen an unser Gehwerk waren schon merklich höher als bei den Etappen der ersten beiden Jahre zuvor.

 

3. Tag: Grödner Joch – Capanna Fassa (Piz Boe  3.152 m)

Für heute ist der Höhepunkt unserer Bergwoche angesagt. Wir wandern vom Grödnerjoch hinauf zur malerisch gelegenen Piscadu`hütte und genehmigen uns dort koffeinhaltige heiße Getränke. Weiter geht es hinauf über Schluchten und Kämme zur Hochfläche des Sellamassivs. Einer Mondlandschaft gleich zeigt sich uns dieses Plateau. In einer leichten Senke liegt die Boehütte. Hier war Mittagspause angesagt. Bei Traumwetter hatten wir hier einen tollen Blick auf unser Ziel, die Capanna Fassa auf dem Piz Boe. Viele Bergfreunde waren um diese Zeit hinauf zum und herab vom Gipfel unterwegs. Wir hatten Zeit und schauten dem geschäftigen Treiben zu.

Die Klettersteiganlage ist zweigeteilt; für Aufstieg und Abstieg. In der kleinen Rif. Capanna Fassa fanden wir sechs in einem noch kleinerem Raum unser Nachtlager. Am späten Nachmittag waren dann die „Tagesausflügler“ weg und so gehörte den Wenigen die schöne Hütte, der tolle Sonnenuntergang und der Sonnenaufgang bei Vollmond ganz allein.


 

4. Tag: Capanna Fassa – Sottoguda  

Wieder ein Tag mit Bilderbuchwetter.

Am frühen Morgen krochen wir aus unseren Schlafsäcken heraus um ja nicht den angekündigten Sonnenaufgang bei Vollmond zu erleben. Frühstück gab es danach. Heute führt unser der Weg vom Piz Poe hinab, zum Teil auf steilem Schotter, zum Pordoijoch. Dann weiter auf dem Bindelweg, mit grandioser Aussicht auf das Marmolada-Massiv. Dann hinab zum Fedaiasee. Weiter auf zum Teil weglosen Wiesenhang, wo uns ein kleines Hündchen den Weg durch das Gelände eines Hofes verwehrte. Wir machten einen Schlenker zurück und erreichten den Eingang zur Sottoguda-Schlucht. Dahinter wartet das malerische Dörfchen Sottoguda auf uns. Hier nächtigen wir.

5. Tag: Sottoguda – Tissihütte

Heute geht es von Sottoguda zum Alleghe-See hinab und dann weiter durch Masare (Koffeintankstelle) hinauf zur Tissihütte. Der Tissihütte gegenüber liegt die Wand der Wände, die Civetta.

Es wird langsam aber merklich kühler, ein Wetterumschwung zeichnet sich ab. Wir verlagern uns ins Hütteninnere. Es wird wie immer ein gemütlicher Hüttenabend. Im Vergleich zu den ersten beiden Etappen, wo wir zum Teil zeitgleich „mit den Hühnern“ unsere Nachtlager besetzten, waren wir dieses Jahr ziemlich ausdauernd in den guten Stuben hocken geblieben.

6. Tag: Tissihütte – Rif. Tome´

Das schöne Wetter hat uns verlassen. Der Wetterbericht sagt für den Vormittag schon Regen und Gewitter an. Wir starten früh, damit wir möglichst weit trocken gehen können. Unser Ziel für heute ist der Passo Duran. Nach ca. 1 ½ Stunden erreichten wir Rifugio Vazzoler. Die Wolken hingen schon sehr weit herunter. Wir marschierten weiter, zogen zwischendurch Regenbekleidung an. Bei strömenden Regen fanden wir  im Rifugio Bruto Carestiato Unterstand. Wir nutzten die Zeit zur Mittagspause. Es hat zu regnen aufgehört und konnten in einer knappen Stunden uns auf dem Passo Duran im Refugio Cesare Tome` einquartieren. Der Wirt hier ist ein bisschen hilflos bei den vielen Gästen. Wir taten gut unser Abendessen beim nahegelegenen Nachbarn einzunehmen.

7. Tag: Rif. Tome´ - Belluno – Venedig – Richtung Salzburg

Ein sehr abwechslungsreicher, langer Tag an dem wir auch unser Ziel Venedig erreicht haben. Am Morgen, alles grau in grau und tiefe Regenwolken. Es macht keinen Sinn die nächsten beiden Etappen zu Fuß zu machen bei diesen Wettervorhersagen und den steilen Abstiegen.

Wir warteten auf den Minibus, den wir am Abend zuvor schon bestellt hatten. Dieser brachte uns ins nächstgelegene Dorf, wo wir dann mit dem Linienbus nach Belluno fuhren. Nach Erkundigung von Möglichkeiten mit dem Zug nach Venedig weiterzureisen haben wir die schöne Stadt besichtigen können. Die Zugfahrt nach Venedig war schnell erledigt. Wie geht es weiter?

Am Bahnhof Telefonate eventuelle Zugverbindungen nach Hause. Die Information am Bahnhof schickte uns letztendlich zu einer Agentur wo wir den Nachtzug von Venedig nach Salzburg buchen konnten. Wir hatten irgendwie großes Glück. Genug Zeit zu Fuß über die Rialto Brücke durch verwinkelte Gassen hindurch den Markusplatz zu erreichen. Ziel erreicht!!!!!!!!

Es war bereits später Nachmittag. Die Heerscharen an Tagesausflüglern traten den Rückzug an. Den sündhaft teuren Cappuchino ließen wir uns schmecken. Bei einer schönen Pizzeria konnten wir vor der Heimreise noch gemütlich im Freien essen. Der Nachtzug brachte uns über Villach nach Salzburg, wo wir gegen 5 Uhr morgens am nächsten Tag ankamen.

 

8. Tag: Salzburg – Freilassing – Mühldorf

Mit der „Lokalbahn“ ging es dann von Salzburg über Freilassing, und Tüßling nach Mühldorf (06:30 Uhr).Schön und schnell vorüber war die Woche. Die Wege und Steige haben uns gefordert. Das Wetter in den interessanten Passagen über den Sellastock bis zur Tissihütte einfach fabelhaft. Die Tagesetappen und die Herbergen waren bestens ausgewählt.

Vielen Dank an Silke für die exzellente Organisation und die Geduld mit uns.

Vielen Dank an Bernhard für den Luxus, den Bus nach Burghausen zurück zu fahren.

Wir freuen uns schon auf die Nachbesprechung im November.

Bericht: Hans Scherzer

Fotos: Gruppe